VardTordokheym 2002 / Bad Reiher
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Von Holger / Bain Nahe

Die Gründung von Bad Reiher

aus dem Gedächnis von Bain Nahe übertragen.

Als wir Karpandoshi gen Thyngari aufbrachen, ahnten wir nicht, welch Talbewegende Ereignisse wir in Gang setzen würden. Im Gegenteil, wir hatten eine klar umrissene Aufgabe vor Augen: König Dargon bei der Wiedereroberung von Vardenheym helfen und noch ein paar Elbendinge erledigen.

In Thyngari angekommen, fügte es sich nun so, daß unser Elbenlager recht hübsch gelegen war. Am Rande des Heerlagers, in einer Schleife des Thyn mit einer Badebucht und einer schönen Bauminsel darin. Wir konnten dort herrlich baden und fischen, wir fühlten uns wohl und hatten unsere Ruhe.

Nachdem wir nun, gemeinsam mit dem Heer, die Burg erobert hatten, standen wir auf der Zinne und blickten uns in der Burg um. Die graue Bilanz war: Zwei Bäume. Sonst nichts, nur Stein. Uns war klar, hier würden wir nicht bleiben, und so machten wir uns zunächst auf den Weg zurück in das nunmehr mit Sicherheit von den Orks geplünderte Heerlager. Mit uns waren der Granittroll, der Arzt der Armee und ein Zwerg namens John der Klotz. Jawohl, ihr habt richtig gehört, ein Zwerg. Dieser stank nicht gar so arg wie erwartet und war außerdem kein richtiger Zwerg - er hatte nämlich Höhlenangst und traute sich überhaupt nicht Untertage.

Unterwegs witzelten wir und überlegten, ob wir nicht gleich in dem alten Heerlager bleiben sollten. Schließlich gab es dort Latrinen und eine wunderschöne Landschaft, die wir Elben schon sehr liebgewonnen hatten. Lustig sannen wir nach und dachten, wir würden die Ortschaft Bad Reiher nennen. Nicht nach dem Vogel, sondern weil sich dort so viele Menschen (und leider auch andere Wesen) nach dem Essen ihrer Speise wieder entledigten. Miesmacher schoben die Schuld auf das Wasser des Thyn, aber glaubt mir, es war bloss schlechtes Fleisch!

Wie wir nun nach Bad Reiher, entschuldigt, ins alte Heerlager kamen, waren die Plünderer schon wieder fort. Zelte und Mauern hatten sie niedergerissen, Essen und Wertgegenstände geraubt. Doch, wie waren wir überrascht und entzückt, unser Elbenlager in den Büschen hatten sie übersehen! Wie töricht von ihnen! Alles lag noch so in der Gegend herum, wir wir es vollkommen unelbisch bei unserem frühmorgendlichen Aufbruch zurückgelassen hatten.

Wir nahmen dies als ein Zeichen. Hier würden wir bleiben. Und nicht nur das, wir würden Bad Reiher gründen! So begannen wir, das alte Lager aufzuräumen und abzureißen. Jedes Wesen, das wir in den vergangenen Tagen liebgewonnen hatten, luden wir ein, Bewohner von Bad Reiher zu sein. Und ein jeder sagte ja!

Noch am selben Tag diktierte ich Allorn einen Brief an den König, darin die Bitte, uns den Grund um das Herlager zu überlassen und die Gründung einer Elbensiedlung zu erlauben. Er hatte uns eine Bitte gewährt, zum Dank für die Hilfe bei der Eroberung der Burg, und das sollte sie nun sein.

Bertram, sein neuer Statthalter, hat sie uns später vor Zeugen zugesagt, als wir mit allen Bewohner zur Burg marschierten, um uns vorzustellen.

So kam es, daß Elben aus Karpandosh eine Siedlung in Thyngari gründeten. Die erste Elbensiedlung seit weiß der Wald wieviel Zeitlaltern außerhalb Relias. Würdet ihr es glauben, wenn ich es euch erzählte? Gebt zu, ihr würdet es für eine Mär halten!


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